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Autor Thema: Prüfungsfrage in 3/2007  (Gelesen 1556 mal)

Offline bonbonbaum

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Prüfungsfrage in 3/2007
« am: Juli 14, 2012, 01:24:47 Nachmittag »
Hallo ihr Lieben,
in der Prüfung vom März 2007 ist diese Frage drin:

23. Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur tiefen Venenthrombose trifft/treffen zu?
1. Eine Therapie mit Östrogenen und gleichzeitiges Rauchen erhöhen das Risiko einer Thromboseentstehung.
2. Typisch für eine tiefe Beinvenenthrombose ist ein blasser, pulsloser Fuß.
3. Bei einer frischen Beckenvenenthrombose sollte der Patient viel körperliche Bewegung haben.
4. Eine gefürchtete Komplikation der tiefen Beinvenenthrombose ist die Lungenembolie.
5. Eine tiefe Beinvenenthrombose kann Hinweis auf einen Tumor im Bauchbereich (z.B. Pankreaskarzinom) sein.
Liebe Grüße
Doris
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Offline bonbonbaum

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Re: Prüfungsfrage in 3/2007
« Antwort #1 am: Juli 14, 2012, 01:26:17 Nachmittag »
da fehlt noch was......

Liebe Grüße
Doris
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Offline bonbonbaum

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Re: Prüfungsfrage in 3/2007
« Antwort #2 am: Juli 14, 2012, 01:32:23 Nachmittag »
warum bekomme ich die Antworten hier nicht reinkopiert??? :-\

also:
A)  Nur Aussage 4 ist richtg
B)  Nur Aussagen 1und4 sind richtig
C)  Nur die Aussagen 1,4 und 5 sind richtig
D)  Nur die Aussagen 2,3 und 5 sind richtig
E)  Alle Aussagen sind richtig

die Aussage C ist richtig! Aber wer kann mir erkären warum oben Punkt 5 richtig ist.

LG Doris
Liebe Grüße
Doris
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Offline silvia

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Re: Prüfungsfrage in 3/2007
« Antwort #3 am: Juli 14, 2012, 08:36:20 Nachmittag »

Hi Doris,

Tumorzellen produzieren vermehrt Thromboplastin.
Es kommt zu einer verstärkten Gerinnung.
Ausserdem wirken Chemotherapien, Operationen und Bettruhe ebenfalls thrombosefördernd.
Dann kann es durch die Krebserkrankung noch zu einem verminderten Durstgefühl kommen, wodurch eine Exsikkose entstehen kann, die dann ebenfalls eine Thromboseentstehung begünstigen kann.

LG Silvia
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Offline bonbonbaum

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Re: Prüfungsfrage in 3/2007
« Antwort #4 am: Juli 14, 2012, 09:32:39 Nachmittag »
Super! Danke Silvia  :-*
Liebe Grüße
Doris
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Offline HP Eva Schmid

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Re: Prüfungsfrage in 3/2007
« Antwort #5 am: Juli 14, 2012, 10:54:58 Nachmittag »
Jetzt hatte ich schon einiges geschrieben, war dann aber drei Stunden nicht am PC, deshalb etwas doppelt gemoppelt:

Das nennt man Trousseau-Syndrom. Armand Trousseau beobachtete bereits im 19. Jahrhundert, dass sich nach einer Phlebitis an seinem Arm herausstellte, dass er an einem Magenkarzinom litt.
Er selber konnte sich leider nicht mehr allzu lange mit den Zusammenhängen befassen, da er an seinem CA starb. Er beschrieb jedoch als erster diese Paraneoplasien.

Heute weiß man, dass Tumorpatienten ca. ein fünfmal so hohes Risiko haben, eine Thrombose zu entwickeln.
Man geht davon aus, dass ca. 20% der venösen Thromboembolien gemeinsam mit aktiven Tumorerkrankungen auftreten. Es gibt sogar Publikationen, die davon sprechen, dass die venösen Thromboembolien die zweithäufigste Todesursache bei Tumorpatienten sei.

Willst du es noch genauer wissen?

Es gibt bei Tumoren mehrer Faktoren, die die Enstehung von Thromboembolien begünstigen:


 -> es wird mehr Thromboplastin gebildet (leitet die Umwandlung von Prothrombin zu Thrombin ein, also Gerinnung. Das verstärkt auch nach OPs)

-> Cancer Procoagulant (CP) wird gebildet ( aktiviert den Faktor X und fördert zudem das Tumorwachstum - wird auch als Tumormarker herangezogen)

-> die Gerinnung wird weiterhin durch den Tumor nekrose Faktor, Chemokine und Zytokine angeheizt
-> Veränderung der Blutströmung durch den Tumor
-> über 30% der fortgeschrittenen und metastasierendenden Tumore gehen mit einer Thrombozytose einher (es kommt häufig zur Exikkose und gleichzeitig zur Anämie -> also steigt der Hämatokrit nicht an, aber dafür häufig die Thrombos)
-> Im Rahmen der Akutphase-Reaktion kommt es zur Erhöhung des Fibrinogens


außerdem:

-> wenn bereits behandelt wird, schädigen Zytostatika das Gefäßwandendothel
-> das Verhalten bei der Metastasierung "interpretiert der Körper" als Wunde, die nicht heilt (lass ich jetzt mal die Erklärung, dann wird es wirklich Hard-Core-Biochemie ;))
-> nicht zuletzt geht es auch um Gendefekte, wie das Faktor-V-Leiden (über 5% der Bevölkerung)



Insgesamt (jaja ich weiß, ich bin ein Statistik-Freak ;) ;) ) kann man aber festhalten, dass das Thromboserisiko bei verschiedenen Tumoren stark variiiert.

Thromboembolien

Bronchialkarzinom 27,9%
Pankreaskarzinom 18,4 %
 Magenkarzinom 17,0%
 Colonkarzinom 15,7%
 Gynäkologisches
Malignom
 (Ovar/Uterus)     7,2%
 Prostatakarzinom 7,1%


Ich glaube, so ausführlich wolltest du es gar nicht ;)

 Liebe Grüße,

Eva
« Letzte Änderung: Juli 14, 2012, 10:56:36 Nachmittag von HP Eva Schmid »
Eva Schmid
Heilpraktikerin und Dozentin
eva@e-vidia.de

Online-Prüfungsvorbereitung: www.e-vidia.de
Blog: http://heilpraktiker-online.blogspot.com/
Praxishomepage: www.evaschmid.de

Offline bonbonbaum

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Re: Prüfungsfrage in 3/2007
« Antwort #6 am: Juli 15, 2012, 08:52:35 Vormittag »
Boaaahhhh Eva,

auch dir ganz lieben Dank! Zum besseren Verständnis ist die Ausführlichkeit gut. Dank euch Beiden, habe ich es nun verstanden.  :D :D :D
Liebe Grüße
Doris
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Offline Raissa

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Re: Prüfungsfrage in 3/2007
« Antwort #7 am: Juli 15, 2012, 09:05:25 Nachmittag »
Auch von mir Danke für die Erklärung. Ist in Word kopiert und ausgedruckt!  ;D

LG
Raissa